Das Elternhaus der narzisstischen Mutter – Teil 3
Wenn ich von Narzissten spreche, meine ich beide Geschlechter, denn es gibt sehr wohl auch Narzisstinnen.

In diesem Blogbeitrag werden wir uns angucken, aus welchem Elternhaus eine narzisstische Frau kommt, bzw. was für Eltern bei ihrer Tochter Narzissmus fördern. Mag sein, dass Narzissmus teilweise genetisch bedingt ist, aber größtenteils – so meine Meinung – fördert die Erziehung und die Prägung durch die engsten Bezugspersonen, welche in den meisten Fällen die Eltern sind, den Entstehung von Narzissmus. Es gibt verschiedene Konstellationen. In dieser Blogreihe werde ich Ihnen die wichtigsten Kombinationen von Persönlichkeitstypen der Eltern der narzisstischen Mutter vorstellen. Heute besprechen wir folgende Konstellation:
3. Konstellation des Elternhauses der narzisstischen Tochter: Vater als grandioser Narzisst und Mutter als verdeckte Narzisstin
Diesmal wird es richtig spannend, denn alle beide Elternteile der narzisstischen Tochter sind Narzissten. Vielleicht fragen Sie sich, was für einen Bestand solch eine Ehe hat, wie können die beide zusammenhalten? Nun, meist sind das Ehen, die als einziges Ziel haben, nach Außen zu glänzen, die perfekte Fassade zu haben. Der Mann könnte wieder ein erfolgreicher Businnessmann sein oder einen anderen gesellschaftlich gut angesehenen Beruf ausüben. Seine Frau „lebt“ anscheinend nur für ihre Kinder, opfert sich für sie auf, nimmt gar keine Zeit für sich. Und doch, wenn man näher hinguckt, sieht man, dass sie sich wohl Zeit für sich nimmt, aber nicht um sich zu erholen und zu Kräften zu kommen, sondern um noch mehr für das Außen zu machen, z.B. sich in der Gemeinde oder im Ehrenamt zu engagieren und sich gleichzeitig zu beklagen, dass sie gar keine Zeit für sich hat und nur am Rotieren ist. Ihre Kinder sollen vorbildlich sein, damit sie stolz auf sie sein kann. Auch auf ihren Mann ist sie stolz, denn er stellt etwas dar.
Bei diesem Ehepaar guckt Jeder NUR nach sich.
Gleichzeitig bewundert der Eine den Anderen mit einer Oberflächlichkeit, die nichtssagend ist oder bewundert ihn für vereinzelte Inselbegabungen. Beispielsweise könnte der Mann stolz auf seine Frau für ihre gute Figur oder ihre gepflegte Maniküre sein. Die Frau wiederum bewundert ihren Mann, da er sich gewählt ausdrücken kann und sich in „besonderen“ Kreisen bewegt. Die Frau – als verdeckte Narzisstin – tut so, als könnte sie die Komplimente nicht annehmen, ist eine Tiefstaplerin und sehr oft in der Opferrolle, im Jammern und Stöhnen über das anstrengende Leben. Der grandios narzisstische Mann hingegen genießt das Leben in vollen Zügen, zeigt seine Vorteile und sein Besonders-Sein.
Was passiert mit der Tochter dieses Ehepaares?
Die Tochter des toxischen Ehepaares wird von der narzisstischen Mutter abgelehnt, denn, diese Mutter ist immer neidisch auf die Töchter. Die Töchter haben alles, was sie nicht hat: Schönheit, Jugend, Freiheit usw. (die Liste ist unendlich fortsetzbar). Wenn die Tochter selbst zum Narzissmus neigt, wird sie auf die Ablehnung der Mutter auch mit Ablehnung reagieren. Sie wird das anfängliche Gefühl des Schmerzes aufgrund der gefühlten Ablehnung ihrer Mutter abspalten und den Zugang zu ihren Emotionen für immer verlieren bzw. so unzugänglich machen, dass dies nur noch therapeutisch aufzuarbeiten wäre.
Der narzisstische Vater könnte sehr wohl stolz auf seine Tochter sein, insbesondere wenn sie ein niedliches, hübsches Mädchen ist; seine Bewunderung könnte die väterliche Grenze überschreiten, was den Neid der narzisstischen Mutter noch stärker werden lässt (die Mutter erlebt die Tochter als Konkurrenz). Der Vater zieht sich zurück und schenkt der Tochter weniger Aufmerksamkeit, denn er ist vor allem auf seine Ehefrau angewiesen (er möchte die Frau nicht wegen der Tochter verlieren). So erlebt die Tochter eine Ambivalenz seitens des Vaters.
Was für eine Mutter wird diese Tochter später in ihrer eigenen Familie sein?
Diese narzisstische Tochter wird eher zur Grandiosität tendieren, da sie die vorgelebte Opferrolle ihrer Mutter ablehnt und als Schwäche wahrnimmt. Sie wird versuchen, dem Vater ähnlich zu sein, da sie zu ihm eine ambivalente Beziehung hat und unbewusst eine Auflösung der Ambivalenz anstrebt.
Ähnlich wie auch die in den anderen Blogbeiträgen beschriebenen narzisstische Mütter wird auch diese Mutter keinen Zugang zu ihren Gefühlen haben und ihren Kindern Rollen geben, die diese zu erfüllen haben. Da alle ihre Kinder ein Generationstrauma erleben werden, werden diese entsprechend entweder zu narzisstischen oder zu empathischen Menschen heranwachsen. Nur ein empathisches Kind wird die Macht haben, bei guter Reflektionsfähigkeit und Mut zur Veränderung die transgenerationale Traumaweitergabe zu beenden.
Mein nächster Blogbeitrag zu diesem spannenden Thema wird der letzte Teil der Reihe „Konstellationen eines Elternhauses narzisstischer Mütter“ sein. Bleiben Sei dabei! Wenn Ihnen meine Beiträge gefallen und Sie Interesse haben, mit mir zusammen therapeutisch zu arbeiten, können Sie mich gerne kontaktieren.


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