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Das Elternhaus der narzisstischen Mutter – Teil 2

  • Autorenbild: Helena Pfleiderer
    Helena Pfleiderer
  • vor 1 Tag
  • 3 Min. Lesezeit

Wenn ich von Narzissten spreche, meine ich beide Geschlechter, denn es gibt sehr wohl auch Narzisstinnen.


Mutter hebt Kleinkind in die Luft

Mag sein, dass Narzissmus teilweise genetisch bedingt ist, aber größtenteils – so meine Meinung – fördert die Erziehung und die Prägung durch die engsten Bezugspersonen, welche in den meisten Fällen die Eltern sind, den Entstehung von Narzissmus. Es gibt verschiedene Konstellationen. In dieser Blogreihe werde ich Ihnen die wichtigsten Kombinationen von Persönlichkeitstypen der Eltern der narzisstischen Mutter vorstellen. Heute besprechen wir folgende Konstellation:

2. Konstellation des Elternhauses der narzisstischen Tochter: Vater als verdeckter Narzisst und Mutter als Empathin

Dieses Elternhaus können Sie sich ungefähr so vorstellen: der Vater ist unscheinbar, vordergründig gutmütig und genügsam wirkend, eher ein „Tiefstapler“. Er ist emotional für die Außenwelt nicht gut spürbar, aber Niemand kann ein schlechtes Wort über ihn sagen. Er eckt nicht an, ist meistens ein gutes Mittelmaß.

Am Arbeitsplatz zeigt sich der verdeckte Narzisst folgsam, geht entweder in der Masse unter oder er gilt als Sonderling, da er emotional nicht spürbar ist. Zu Hause schottet er sich viel ab, braucht viele Pause, viel Erholung und ist wenig belastbar. Man könnte sagen, dass er Gast in seinem eigenen Haus ist; er hilft im Haushalt oder beschäftigt sich mit seinen Kindern, aber nur wenn es ihm seine Partnerin sagt. Oder wenn die Aufgaben vorher aufgeteilt wurden und er seine ausführt. Er wird nie etwas zusätzlich machen, wenn es nicht sein Aufgabenbereich ist. Dafür gibt es seine Frau, die für alles zuständig ist, alles organisiert und letztendlich den Überblick hat. Auch mit seinen Kindern spielt er eher auf Kommando bzw. weil ihm diese Aufgabe erteilt wurde. Er ist als Vater nicht präsent, ist eher ein Spielkamerad der Kinder.

Die empathische Mutter scheint in solchen Familienkonstellationen die federführende Kraft zu sei, denn sie ist das „Gehirn“ der Familie. Die empathische Frau hat oft das Gefühl, nach der Geburt ihrer Kinder ein weiteres, zusätzliches Kind bekommen zu haben und zwar ihren Mann. Der Mann rutscht schnell im Versorgungsmodus hinein, verlangt ihre – am liebsten ungeteilte – Aufmerksamkeit. Er sabotiert oft ihre Mutterrolle gegenüber den Kindern, da er parteiisch wird, z.B. erlaubt er den Kindern ein Eis vor dem essen zu essen oder 1x ohne Zähneputzen ins Bett zu gehen, usw. und spaltet auf diese Weise. Die Mutter fängt an, mit den Kindern zu schimpfen obwohl sie mit ihm schimpfen müsste. Sie stellt aber nicht ihren verdeckt-narzisstischen Mann zur Rede, weil sie weiß, dass der Konflikt unnötig eskaliert und es nie zu einer Lösung kommen wird.

Was passiert mit der Tochter dieses Ehepaares? 

Die Tochter kommt fast ausschließlich zur Mutter mit ihren Anliegen; denn beim Vater stoßt sie auf luftleeren Raum. Andererseits fürchtet die Tochter die Eskalation der Mutter, die eigentlich dem Vater gilt, aber die Tochter - als Kind – dies noch nicht überblicken kann. Die narzisstische Tochter erlebt in ihrem schwarz-weiß-Denken den Vater als den Guten, da er das Opfer der unberechenbaren, lauten Mutter ist, hat Mitleid mit ihm, möchte ihn schützen und möchte von ihm geliebt werden – was aber nicht geht, da er emotional nicht erreichbar ist. Die Mutter wird meist als Feindbild erlebt und bekämpft.

Welche Mutterrolle wird diese Tochter später in ihrer eigenen Familie einnehmen?

Diese narzisstische Tochter wird meist – so wie ihr Vater - verdeckt agieren. Sie wird ihre Töchter ablehnen, da sie ihre Mutter verkörpern bzw. weil sie neidisch auf sie ist. Ihre Jungen wird sie meist als goldene Kinder behandeln – zumindest einen davon - der auf dem Sockel gestellt und verwöhnt wird. Es ist meist der Junge, der sehr stark bemuttert wird und ohne gesundes Selbstwertgefühl aufwächst.  Die narzisstische Mutter hat ihre Gefühle schon sehr früh abgespalten und hat keinen Zugriff mehr dazu.

 

In meinen nächsten Blogbeiträgen zu diesem spannenden Thema werden wir uns weitere Konstellationen eines Elternhauses narzisstischer Mütter angucken. Bleiben Sei dabei! Wenn Ihnen meine Beiträge gefallen und Sie Interesse haben, mit mir zusammen therapeutisch zu arbeiten, können Sie mich gerne kontaktieren.

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